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Armut, Scham und Stressbewältigung

Die Verarbeitung ökonomischer Belastungen im unteren Einkommenbereich

Kurt Salentin

Deutscher Universitäts-Verlag 2002 278 s. ISBN: 382444464X
Bogomtale fra forlaget.

Auf der Grundlage einer bundesweiten Befragung zeigt der Autor, dass Arme unter sonst gleichen Bildungs- und Altersvoraussetzungen ihre Stressoren ebenso sachadäquat wie der Bevölkerungsdurchschnitt bewältigen und dass der Scham bei der Verarbeitung ökonomischer Probleme eine zentrale Bedeutung zukommt. In der sozialpolitischen und -wissenschaftlichen Diskussion wurde Armut lange Zeit als verfestigtes psychisch-sozial-ökonomisches Syndrom verstanden. Die neuere Forschung sieht Armut dagegen als begrenzten Zustand materieller Minderausstattung eines bis weit in die Mittelschicht hineinreichenden und fluktuierenden Personenkreises. Auf der Grundlage einer repräsentativen bundesweiten Befragung analysiert Kurt Salentin soziale Einflüsse auf das Verhalten einkommensschwacher Personen in ökonomischen Belastungssituationen. Er zeigt, dass ökonomische Benachteiligung zu erhöhtem emotionalem Stressaufkommen führt und dass Arme unter sonst gleichen Bildungs- und Altersvoraussetzungen ihre Stressoren ebenso sachadäquat wie der Bevölkerungsdurchschnitt bewältigen. Der Autor bestätigt damit die Grundannahme der neueren Armutsforschung, weist aber zugleich der Scham bei der Verarbeitung ökonomischer Probleme eine zentrale Bedeutung zu: Die Furcht vor Bloßstellung und vor dem Verlust des Ansehens wiegt vielfach schwerer als rationale Überlegungen und blockiert die für viele Lösungsstrategien notwendige Mobilisierung sozialer Unterstützung.

Über den Autor

Dr. Kurt Salentin studierte Psychologie, Soziologie und Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Trier und Bielefeld. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld.

Inhaltsverzeichnis

Forschungsstand: Belastungsverarbeitung in Theorie und Empirie - Stichprobe und Datensatz - und Methoden - Analysen: Stressbewältigung im Kontext sozialstruktureller und kognitiver Variablen - Folgerungen für Wissenschaft und Praxis